Ich habe wunderbare Erinnerungen an die Weinbar Wein & Co am Stephansplatz, ein echtes Wahrzeichen in Wien für jeden Weinliebhaber. Dieser Ort war für mich eine lehrreiche Weinbar, wo ich die Gelegenheit hatte, meine ersten edlen Weine zu probieren, wie den Grüner Veltliner Honivogl von Hirtzberger. Das Konzept des halben Glases war hier fast eine Institution, perfekt für diejenigen, die eine Vielzahl von Etiketten ohne Verpflichtung erkunden möchten. Das umfangreiche Menü, immer köstlich klassisch, wurde jeden Monat aktualisiert, mit einem besonderen Fokus auf einen bestimmten Produzenten. Jeden Monat – was für eine riesige Aufgabe.

Das Lokal wurde von einem Typen namens Joe (oder vielleicht Jim?) geführt, einem Iren, der den Wein wirklich zu lieben schien. Ich erinnere mich noch an seinen enttäuschten Blick, als ich ihm sagte, dass ich den Castillo Ygay, der auf der Monatskarte stand, nicht probieren würde — und natürlich hatte er recht. Einmal beschrieb er einen Wein als „mit vielen Profilen“, eine merkwürdige und unerwartet effektive Art, das Glas zu beschreiben. Diese Definition hat mich beeindruckt, denn wenn ich — in den oft gehassten Verkostungsnotizen — von „Schichten“ lese, stelle ich mir eher einen Geologen mit seinem Hammer vor, sicher nicht einen großen Wein. Stattdessen deutet das Konzept eines Profils auf Kohärenz hin, eine innere Logik im Wein, die ihm Dreidimensionalität verleiht.

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All dies, um zu sagen, dass das Wein & CO am Stephansplatz (übrigens das Hauptlokal der Kette) bis vor ein paar Monaten Weine, Menschen und Service bot, die in der Wiener Szene unübertroffen waren.

Dann, wie ich bereits erwähnt habe, hat sich vieles geändert. Leider.

Mein letzter Besuch, auf dem diese Rezension basiert, hat mich etwas enttäuscht. Das Menü, wie bereits gesagt, ändert sich jetzt selten und nur geringfügig — und auch die Qualität der angebotenen Weine scheint nachgelassen zu haben. Und die Tradition des halben Glases, die es ermöglichte, ohne große Verpflichtungen zu erkunden, ist nicht mehr so üblich.

Was das Personal betrifft, so habe ich einen deutlichen Rückgang bemerkt: nicht nur im Umgang, sondern auch im Wissen über die Produkte. Wahrscheinlich habe ich zu einem unglücklichen Zeitpunkt vorbeigeschaut: am späten Vormittag eines Donnerstags, das Lokal war leer, außer für mich, meine Frau und eine Gruppe von Viking-Reiseleitern — der Firma, die Donaukreuzfahrten organisiert. Die armen Leute waren offensichtlich auf der Suche nach Alkohol vor der nächsten Führung zu Sissi und einer weiteren alten Dame, die dem roten Regenschirm nicht gefolgt war und jetzt verschwunden ist.

Rezension von Wein & CO Stephansplatz

Weinqualität

Bewertung: Gut ⭐️⭐️⭐️

Wenn es einen Aspekt gibt, der Wein & Co am Stephansplatz noch rettet, dann ist es die Gesamtqualität der Weinauswahl. Es stimmt, wir sind nicht mehr auf dem Niveau von früher, als das Menü jeden Monat mit Schweizer Pünktlichkeit erneuert wurde und es immer etwas Neues zu entdecken gab. Jetzt finden Änderungen seltener statt, und es dauert länger, neue Einträge auf der Karte zu bemerken, aber der Katalog bleibt dennoch reichhaltig und von guter Qualität, mit einigen sehr interessanten Etiketten.

Service

Bewertung: Sehr Gut ⭐️⭐️⭐️⭐️

Der Service bleibt solide, mit Augenmerk auf die Weintemperatur und die Verwendung von Qualitätsgläsern, die das Verkostungserlebnis erheblich verbessern. Es stimmt, es fehlt an Brot (ein kleiner Makel für eine Weinbar dieses Niveaus), aber Wasser ist immer vorhanden. Ein wiederkehrendes Problem ist das Risiko, Gläser mit fast abgestandenen Schaumweinblasen zu bekommen; das Personal löst dies jedoch schnell, indem es ein anderes korrekt serviertes Glas anbietet und damit Fürsorge für den Kunden zeigt.

Halbes Glas

Bewertung: Gut ⭐️⭐️⭐️

Das Menü bietet „gewöhnliche“ Weine, die nur im Glas serviert werden, und Premium-Weine, die auch im halben Glas erhältlich sind. Im Vergleich zur Vergangenheit ist der Ansatz jedoch strenger geworden. Früher war es fast Tradition, ein Auge zuzudrücken und auf Anfrage ein halbes Glas anzubieten, selbst für Weine, die dies normalerweise nicht erlaubten, was das Verkostungserlebnis leichter und flexibler machte. Jetzt ist das nicht mehr der Fall, und diese Entscheidung hat alles formeller und weniger dynamisch gemacht. Für Fans des „halben Glases“ ist es eine kleine Veränderung, die das Gesamterlebnis beeinflusst.

Personal

Bewertung: Gut ⭐️⭐️⭐️

Das Personal bei Wein & Co ist im Allgemeinen professionell und höflich, aber nicht alle sind Weinkenner. Außerdem neigen sie dazu, im Service etwas langsam zu sein, was besonders störend sein kann, wenn man wenig Zeit hat. Dennoch machen ihre Höflichkeit und Hilfsbereitschaft die Erfahrung angenehm.

Inneneinrichtung

Bewertung: Sehr Gut ⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Inneneinrichtung ist ein starker Punkt: modern, aber zugleich warm, schafft sie eine einladende Atmosphäre. Die lange zentrale Bar ist der eigentliche Protagonist, mit einem Charme, der zum Verkosten einlädt und einem selbst zur Stoßzeit das Gefühl der Abgeschiedenheit gibt. Wenn es einen Aspekt gibt, der verbessert werden könnte, dann sind es die Tische in der Nähe der Glaswand links vom Eingang: Sie wirken eher wie zufällig angeordnet als durchdacht, fast chaotisch.

Fazit

Wein & Co am Stephansplatz bleibt eine interessante Station für Weinliebhaber, auch wenn es nicht mehr so glänzt wie früher. Die Qualität der Weine ist gut, und die Auswahl kann immer noch verschiedene Gaumen befriedigen, wenn auch ohne die lebhafte Rotation der Vergangenheit. Der Service ist aufmerksam und in der Regel sorgfältig, mit kleinen Mängeln, die durch die Höflichkeit des Personals ausgeglichen werden. Die moderne Dekoration schafft ein einladendes Ambiente, und die lange Bar ist einen Besuch wert.

Einige Änderungen im Servierstil und beim Umgang mit dem halben Glas haben das Erlebnis jedoch formeller und weniger flexibel gemacht; es fühlt sich an, als hätten die Ambitionen nachgelassen, und obwohl dies wirtschaftlich begründbar sein mag, ist es dennoch enttäuschend.

Gesamtbewertung: Gut/Sehr Gut ⭐️⭐️⭐️½

Wein & CO Stephansplatz – Oktober Weine

Fleur de Champagne Brut Premier Cru – Duval-Leroy

The Champagne opens with aromas of limestone, apple, and flowers, accompanied by a buttery note that adds roundness. On the palate, it’s rich and fleshy, perhaps too much for those who prefer a drier profile. The apple flavor comes back, accompanied by a fine but slightly sparse mousse. Overall, it’s a fruity Champagne that gently envelops the palate, but the price (if I’m not mistaken, around €12 per glass) makes no sense.

Ried Steinwand Grüner Veltliner Smaragd 2022 – Rudi Pichler

A deep and attractive nose of lemon, orange zest, cream, and aged wood. The acidity is not very sharp, showing a sinusoidal pattern, and there’s not a strong concentration of fruit. The sip is agile and light. On the palate, there’s a note of green apple. The finish is very long and pleasantly bitter, though not accommodating in character. The green apple and citrus peel return with a very tense closure, consistent with the rest of the sip. For not being Pichler’s top wine, it’s truly impressive. (Ein wunderschöner Wein, der mich an die Wachau-Weine erinnerte, ist der Gran Vino Albariño von Pazo Barrantes).

Blanc Fumé de Pouilly 2022 – La Perrière

Raw, but with nice fleshiness and meatiness, though a bit muted. The nose features gooseberry, orange, kiwi, and ripe white peach. The acidity is soft. In the mouth, there’s still plenty of orchard fruit pulp, and the finish is more interesting with pink grapefruit. Elementary.

Shiraz 2020 – Blueberry Hill

A great nose with blueberries, fireplace smoke, blackberries, and pepper. Truly deep and enveloping. Then, a swift palate: good acidity and soft, gummy tannins along the sides of the mouth. Lots of fruit and a body that wants to be agile, rapidly crossing a palate of blue fruits and gliding into a peppery yet meaty finish. Delightful fruit concentration.

Ried Kollmütz Grüner Veltliner Smaragd 2017 – Rudi Pichler

You notice the nose immediately: cream, apricot, Golden apple, the depth of white pepper, vertical yet so enveloping. Then the palate, where acidity doesn’t dominate; it’s highly concentrated and almost tropical, with a finish full of salinity and ripe papaya. Hard to forget. Definitely the best wine of the day. (A beautiful wine that reminded me the Wachau ones is the Gran Vino Albariño by Pazo Barrantes).

Morillon Ried Flamberg 2013 – Lackner Tinnacher

Styria never hides: even though it’s a Chardonnay, there’s plenty of apple and pear, along with smokiness and a tight character. The acidity is sparkling and angular, playing with the fruit. On the palate, the terroir returns, and the finish is tart. It precisely reflects its origin.

Conde de Valdemar Reserva 2016 – Bodegas Valdemar

Ruby with garnet reflections. A truly attractive nose, a Rioja that fascinates me. Tobacco, mulberries, incense, mushrooms. A soft, plush body, supported by a resilient acidic vein. Powdery, powerful tannins on the cheeks, almost necessary given the softness of the sip. Great fruit concentration, showcasing blackberries on the palate, then a very ripe plum finish, ending with a note of tobacco leaf. Unthinkable without food.

Saint-Émilion Grand Cru 2021 – Château Laroque

Ruby with violet reflections. Blackcurrant, macerated raspberries, young plum, mint. Compelling tannins, very gripping and gravelly around the mouth. Not a strong fruit concentration, but the sense of direction and excellent acidity drive the sip. On the palate, notes of wild berries and a sweet licorice finish. It’s consistent, but it lacks a bit of substance.

Fazit

Bester Wein angeboten von Wein & CO im Oktober 2024: Ried Kollmütz Grüner Veltliner Smaragd 2017 von Rudi Pichler

Wein&Co. hat auch das große Verdienst, MondoVino zu organisieren. Lies die Rezension des Events 2024.

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