Scurek (Ščurek) ist ein Familienweingut in Plešivo, einem Ortsteil von Dobrovo, im Herzen der slowenischen Goriška Brda, nur wenige hundert Meter von der Grenze zum italienischen Collio entfernt. Fünfundzwanzig Hektar, rund hunderttausend Flaschen pro Jahr, zweiundzwanzig Etiketten – und die Ribolla Gialla als Leitrebsorte. Die Preise beginnen bei etwa 15 Euro für die Einzelrebsortenweine aus Stahl und reichen bis zu 60 Euro für den UP. Die kurze Antwort, für alle, die es eilig haben: Die Blends sind ihr Geld wert, die Einstiegs-Einzelrebsorten so gut wie nie.

Wer sind die Ščurek und wo liegt das Weingut

Das Weingut liegt in Plešivo, einer Handvoll Häuser oberhalb von Medana, doch der Großteil der Weinberge befindet sich auf der anderen Seite der Grenze, auf italienischem Gebiet. Ein Detail, das viel sagt: Hier ist die Grenze eine bürokratische Linie, die einen einzigen Hang aus Mergel und Sandstein in zwei Teile schneidet. Die besten Weinberge der Familie sind:

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Wer eine Reise in die Gegend plant, sollte auch nachlesen, welche Restaurants und Weinbars es im Collio zwischen San Floriano und Dolegna und in Gorizia gibt.

Das Weingut verließ 1986 die örtliche Genossenschaft und füllte 1989 zum ersten Mal in Eigenregie ab. Heute steht Stojan mit fünf Kindern am Steuer, was erklärt, warum man bei der Verkostung fast immer jemanden mit demselben Nachnamen hinter dem Tresen findet. Die Produktion ist in drei Linien unterteilt – diese Einteilung zu verstehen ist die halbe Miete bei der Wahl einer Flasche.

Weißes Etikett
Trinkfertige Weine, Stahl, Einzelrebsorte. Rumena Rebula, Jakot, Sivi Pinot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot.
Braun-goldenes Etikett
Spontanvergärungen, Kaltmazeration, Holz vom Barrique bis zum Sechshundert-Liter-Fass. Hier finden sich Stara Brajda Belo, Dugo, Malvazija, Jazbine, Sivi Pinot Orange.
UP-Linie
Die Spitze des Hauses, lange Reifung in neuem Holz.

Außerhalb jeder Kategorie steht der Kontra, seit 2001 aus sieben eigens dafür bestimmten Fässern erzeugt: Ribolla Gialla und Chardonnay, von Hand entrappet, Spontanvergärung im Holz, zehn Monate auf den Schalen und Direktabfüllung aus dem Barrique – insgesamt zwischen zwölfhundert und zweitausend Flaschen.

WeinTyp und StilWichtigste Merkmale
Rumena RebulaWeißwein, StahlRibolla Gialla sortenrein, die Hausrebsorte, rund ein Viertel der Weinberge
JakotWeißwein, StahlFriulano, warm, körperreich, Abgang mit bitterer Mandel
Stara Brajda BeloWeißwein, HolzCuvée aus lokalen weißen Rebsorten, 24 Stunden Kaltmazeration, 11 Monate in 400- und 600-Liter-Fässern
DugoWeißwein, HolzPinot Bianco, Chardonnay und Ribolla Gialla, das Cru gibt ihm den Namen
Stara Brajda RdečeRotwein, HolzMerlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Refosco, 24 Monate in 500-Liter-Fässern
UPRotwein, Barrique85% Merlot und 15% Cabernet Sauvignon, 21 Tage Mazeration, 36 Monate in neuem Holz
KontraWeißwein, mazeriertGanze Trauben, zehn Monate auf den Schalen, ohne Schwefelzusatz

Die Weine von Scurek: Preisklassen und was man erwarten kann

Im Folgenden die Flaschen des Weinguts, die ich zu Hause, zum Essen, getrunken habe. Die Preise entsprechen der Preisliste slowenischer Online-Shops, wo das Weingut besser vertreten ist als anderswo.

Unteres Preissegment (bis 15 Euro)

Cabernet Franc

Farbe: Purpurrot.

Charakter: Heidelbeere, Unterholz, Kirsche – und über allem ein weiniger Ton, der den Charakter der Rebsorte eher überdeckt als ihn zur Geltung kommen lässt. Jung, spritzig, am besten um die 13 Grad serviert, weil er wärmer schwer trinkbar wird. Im Abgang Himbeere.

Speisenempfehlung: Cotechino mit Senf und Meerrettich. Die Frische des Weins hält der Schärfe des Senfs stand.

Fazit: Ordentlich, aber ohne bleibenden Eindruck. Bei diesem Preis kein schweres Vergehen – aber man kann ihn sich auch sparen.

Cabernet Sauvignon

Farbe: Rubinrot mit violetten Reflexen.

Charakter: Die Nase ist der stärkste Teil – wild und tief, schwarze Johannisbeere und nasse Erde. Dann kommt er in den Mund, und man spürt das Prickeln der Gärung. In einer Osmiza ist dieses leichte Sprudeln ein Fest, in der Flasche ist es ein Problem: Nach dem ersten Glas will man kein zweites. Kreidig-gerbige Tannine, gute Säure.

Speisenempfehlung: Pasta mit Ragù, die anspruchslos den Gaumen reinigt.

Fazit: Ein Osmiza-Wein, der dort hätte bleiben sollen.

Jakot (Friulano)

Farbe: Helles Goldgelb.

Charakter: Ein warmer, körperreicher Friulano. Keine Frucht zu erwarten – hier dominieren Akazienblüten und aromatische Kräuter, dazu eine Dichte, die für diese Preisklasse überrascht. Der Abgang ist lang, mit einer klaren bitteren Mandelnote.

Speisenempfehlung: Hält dem Essen mühelos stand. Zu einem Pilzrisotto macht er keine Kompromisse.

Fazit: Der beste der drei – und trotzdem ein Wein, dem eine klare Richtung fehlt.

Unteres bis mittleres Preissegment (20-27 Euro)

Stara Brajda Belo (Cuvée aus Ribolla Gialla, Pikolit, Pika, Glera, Trzarka und Malvasia)

Farbe: Intensives Goldgelb.

Charakter: Ein Kanonenschuss. Gelbe Blüten, Nektarine, Mango, nasser Stein – und ein Holz, das vorhanden ist, aber nicht aufdringlich wird. Der Gaumen folgt der Nase, ist jedoch frischer als der erste Eindruck verspricht: seidig, mit einer Salzigkeit, die auf den Lippen brennt. Im Rückgeschmack Rauch und Nektarine. Der Abgang ist lang und würzig, schließt fast mit einer Pfeffernote. Das Lebendige kommt nicht von der Frucht, sondern von den Tertiäraromen – eine bewusste Entscheidung, kein Zufall.

Speisenempfehlung: Zum gegrillten Hähnchen hat er das Gericht schlichtweg überrollt. Es braucht etwas, das der Kraft des Weins gewachsen ist: fetter Fisch, helles Fleisch mit einer kräftigen Sauce, gereifter Käse.

Fazit: Für 25 Euro ein absolut überzeugender Wein.

Dugo (Ribolla Gialla, Chardonnay, Pinot Bianco)

Farbe: Goldgelb.

Charakter: Eine reduktive Nase, die sich auf Gewürznelke, Rauch und feuchtes Holz öffnet und einiges verspricht. Im Mund macht sich der Alkohol stärker bemerkbar als die angegebenen 13 Grad. Der Körper ist vorhanden, die Säure moderat, die Salzigkeit ist das interessanteste Element. Es zeigen sich Anklänge von Ananaskompott. Man erkennt die Feuchte des Pinot Bianco und die Weichheit des Chardonnay – nicht aber die Frische der Ribolla Gialla, die eigentlich vorhanden sein sollte.

Speisenempfehlung: Zur gebratenen Hähnchenbrust war er sich selbst zu ähnlich – zwei Weichheiten haben sich gegenseitig aufgehoben. Besser etwas Fettes und Salziges.

Fazit: Gut, aber für sechs Euro mehr bekommt man den Stara Brajda Belo, der ihn klar übertrifft.

Oberes Preissegment (über 30 Euro)

Pinot Noir

Farbe: Granatrot.

Charakter: Nase von Pflaumenkonfitüre, Gewürzen, Unterholz. Der Körper ist schlank und ungenau, kreidig-gerbige Tannine legen sich auf die Zunge, die Säure hält stand, die Frucht ist konzentriert. Der Abgang erlischt jedoch sofort.

Speisenempfehlung: Zu einem Rib Eye hat er den Gaumen gut gereinigt. Zum Gericht trägt er nichts bei.

Fazit: Für 32 Euro ist das die einzige Flasche des Weinguts, von der ich ohne Zögern abrate. Kaufen Sie dafür den Stara Brajda Rdeče.

Stara Brajda Rdeče (Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Refosco)

Farbe: Rubinrot.

Charakter: Ein Wein, der sich von Jahrgang zu Jahrgang deutlich verändert – ein gutes Zeichen. Die beiden Flaschen, die ich getrunken habe, wirkten fast wie zwei verschiedene Etiketten. In der weicheren entfaltet das Bouquet die gesamte Arbeit: kraftvoll und weit, Erdbeerkonfitüre, Kirsche, Himbeere, Leder, Zimt – während der Gaumen fast harmlos beginnt und gemeinsam mit einem langen, entschiedenen und überraschend feinen Tannin wächst. Was ihr fehlt, um groß zu sein, ist die Säure: Sie gleitet ins Halbtrockene und bleibt dort sitzen. In der zweiten Flasche war es umgekehrt. Die Nase ist nicht offensichtlich, fast unruhig – Pflaume, Pfeffer, Zimt, Veilchen – und der Gaumen ist straff wie ein gespanntes Seil, getragen von einer lebhaften Säure und puderigen Tanninen, die sich ans Zahnfleisch heften. Trockene, nervöse Struktur, mit einer fast opulenten Frucht als Gegengewicht und einem mittelangen Abgang auf roter Kirsche. Gleiche Traube, gleiches Fass – zwei Charaktere.

Speisenempfehlung: Zur Lammschulter kommt er zurecht, aber die beiden sprechen nicht miteinander. Zum marinierten Lamm hingegen bildet das Fett des Fleisches den Hintergrund für die Frucht des Weins – einer der seltenen Fälle, in denen die Kombination ein Gespräch ist und keine bloße Koexistenz.

Fazit: Für 27 Euro ein guter Rotwein mit einer gewissen Variabilität – insgesamt den Kauf wert.

UP (Cabernet Sauvignon, Merlot)

Farbe: Granatrot mit violetten Reflexen.

Charakter: Die Nase ist reich und stimmig zur Cuvée: Heidelbeerkonfitüre, Muskatnuss, Leder, schwarze Johannisbeere, ein Hauch Flüchtigkeit, der hebt statt zu beschweren. Der Körper ist mittelgroß und überraschend klar, mit einer zurückhaltenden Menthol-Note. Die Säure ist anfangs dezent und explodiert am Ende. Die Tannine sind reif, kreidig, unaufdringlich – man spürt sie im vorderen Bereich des Mundes. Der Abgang dauert rund zwanzig Sekunden zwischen Backpflaume und Brombeere, mit der Holzwürze an der kurzen Leine gehalten. Die 13,5 Grad sind nie zu spüren. Er ist nie grob und nie simpel.

Speisenempfehlung: Im Ofen gebratenes Kalbfleisch mit seinem eigenen Bratensaft. Ein volksfestlicher Genuss – ausgelassen und unbeschwert.

Fazit: Sechzig Euro sind nicht wenig. Dieser Wein ist jedoch der einzige aus dem Sortiment von Scurek ohne offensichtliche Schwächen – und sechsunddreißig Monate in neuem Holz haben ihm die Stimme nicht genommen. Chapeau.

Ist ein Erzeuger so gut wie seine schwächsten Weine?

Ich kann mich nicht mehr erinnern, was mich zu Scurek geführt hat. Damals habe ich meine Eindrücke von Weinen noch nicht aufgeschrieben, es muss also etwas gewesen sein, das ich gelesen habe, ein Name, der mir beiläufig begegnet ist, die Art von Tipp, die man aufschnappt, ohne zu wissen, von wem. Seitdem habe ich mehrmals direkt beim Weingut bestellt, mit Lieferung nach Hause, und jedes Mal hatte ich es mit freundlichen Menschen zu tun. Auch die Fotos, die online kursieren, vermitteln das Bild eines fröhlichen Clans – fünf Geschwister, ein Vater, viel Herzlichkeit. Dann öffnet man die Flasche.

Und hier liegt das Problem, denn die Weine haben mich, gemessen an ihrer Preisklasse, enttäuscht. Die Einstiegsweine sind oft weniger als Einstiegsweine: die gelegentlich klare Glasflasche ist ein schlechtes Vorzeichen, das sich prompt bewahrheitet. Geht man preislich nach oben, findet man von allem etwas – man kann gut landen (die Weine der Stara Brajda halten sich im Allgemeinen wacker) oder schlecht, wie bei einem Pinot Noir, der auf diesen Breitengraden äußerst schwierig anzubauen ist und der entsprechend nichts zu sagen hat. An der Spitze der Pyramide steht der UP, und dort stellt sich die Qualität tatsächlich ein, allerdings mit dem nagenden Gefühl, dass die Stufen darunter rutschig waren. Ich glaube, ein ernsthafter Produzent weiß, wie man Qualität über die gesamte Palette hinweg übersetzt, natürlich abgestimmt auf den Preis. Scurek trifft zu viele Entscheidungen, die darauf abzielen, Ecken zu schneiden.

Dann ist da noch die Frage der Naturweine, und hier bin ich noch strenger. Es gibt zwei Wege, um zu diesen Produkten zu gelangen: aus Überzeugung – in diesem Fall richtet sich das gesamte Weingut danach aus – oder um eine Marktnische zu besetzen, nach der die Kunden verlangen. Wenn man neben einer mazerierten, schwefelfreien Linie die traditionelle Produktion weiterlaufen lässt, folgt man höchstwahrscheinlich dem zweiten Weg. Naturwein ist eine Kategorie, die ich liebe, vorausgesetzt, die Flaschen sind gut und kompromisslos, geboren aus einer Philosophie und nicht aus einer zusätzlichen Zeile auf der Preisliste. Eine Naturwein-Abteilung innerhalb eines Weinguts, das auch alles andere macht, wirkt zu sehr wie das Bio-Regal in einem Supermarkt: Sie ist da, weil jemand danach sucht, nicht weil jemand wirklich daran glaubt.

Welche Flasche von Scurek kaufen – und wann

Wer dieses Weingut von Grund auf kennenlernen möchte, sollte mit den Blends beginnen:

  1. Stara Brajda Belo, 27 Euro. Der Wein mit dem besten Verhältnis zwischen Anspruch und Leistung – und ein schneller Weg zu verstehen, was die Weißweine der Brda können, wenn sie auf großes Holz treffen.
  2. UP, 60,49 Euro. Ein prächtiger slowenischer Bordeaux-Blend.
  3. Stara Brajda Rdeče, 32,49 Euro. Gut, mit seinen Grenzen.

Und die Einzelrebsorten? Der Jakot für 12 Euro ist ein vernünftiger Kauf für den Mittwochabend. Die anderen würde ich meiden – vor allem den Cabernet Sauvignon. Wer mehr darüber erfahren möchte, was die Hausrebsorte des Weinguts kosten darf und wofür man bei ihr tatsächlich zahlt, findet dazu einen nützlichen Überblick im Artikel über Ribolla Gialla und ihren Preis.

Für weitere Weingut-Rezensionen lies hier die über Donnafugata.

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